Wie funktioniert die Equity-Methode nach IAS 28?
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IFRS
Grundkonzept der Equity-Methode

Die Equity-Methode ist das Standardbewertungsverfahren für Investitionen in assoziierte Unternehmen gemäß IAS 28. Sie wird angewendet, wenn ein Investor wesentlichen Einfluss auf ein Unternehmen ausübt, typischerweise durch den Besitz von 20–50 % der Stimmrechte (IAS 28.5).

Anfängliche Bewertung

Bei der erstmaligen Erfassung wird die Investition zu Anschaffungskosten bilanziert. Dies umfasst alle direkt zurechenbaren Kosten der Akquisition (IAS 28.18). Etwaige Unterschiede zwischen dem Kaufpreis und dem Buchwert des erworbenen Nettoanlagekapitals werden als Geschäfts- oder Konzessionswert behandelt.

Nachfolgende Bewertung

Nach der Anschaffung wird der Buchwert der Investition monatlich angepasst:

  • Der Anteil des Investors am Jahresgewinn oder -verlust der assoziierten Unternehmung wird erfasst (IAS 28.10). Dies wird in der GuV ausgewiesen.
  • Erhaltene Dividenden reduzieren den Buchwert der Investition – sie sind Rückflüsse aus dem investierten Kapital, keine Gewinnerealisation (IAS 28.38).
  • Wertminderungen werden nach IAS 36 durchgeführt und beeinflussen ebenfalls den Buchwert (IAS 28.40).
  • Andere Gewinne und Verluste (z. B. Neubewertungen von Grundstücken) werden im sonstigen Gesamtergebnis erfasst, wenn diese in der assoziierten Unternehmung auch dort erfasst sind (IAS 28.10A).
Eliminierung von Zwischenergebnissen

Ein wesentlicher Aspekt ist die Eliminierung von Zwischenergebnissen aus Transaktionen zwischen dem Investor und der assoziierten Unternehmung. Der Investor eliminiert seinen Anteil an Gewinnen aus dem Verkauf von Vermögenswerten an die assoziierte Unternehmung, bis diese Vermögenswerte an Dritte veräußert werden (IAS 28.24). Jedoch werden Verluste nicht eliminiert, wenn sie Wertminderungen andeuten (IAS 28.25).

Bilanzierungsstichtag und Konsolidierungsprinzipien

Der Investor wendet soweit möglich die gleichen Rechnungslegungsgrundsätze an wie die assoziierte Unternehmung (IAS 28.27). Die Investition wird zeitgleich zum Konzernabschluss bewertet – Unterschiede in Berichtsstichtagen erfordern Anpassungen (max. 3 Monate Differenz).

Nachteil der Equity-Methode

Der Buchwert kann nicht unter null fallen, außer wenn Verluste zu einer Sicherungsverpflichtung führen (IAS 28.37).

Die Equity-Methode gewährleistet eine wirtschaftliche Darstellung, da sie die tatsächliche Erfolgsbeteiligung des Investors widerspiegelt, ohne operative Details der assoziierten Unternehmung vollständig konsolidieren zu müssen.