IAS 33 regelt die Berechnung und Darstellung von Gewinnen pro Aktie (EPS) und unterscheidet zwischen unverwässertem EPS und verwässertem EPS. Diese Kennzahlen sind für Investoren entscheidend, um die Rentabilität pro Aktie zu verstehen.
Berechnung des unverwässerten EPS
Das unverwässerte EPS wird nach IAS 33.10 wie folgt berechnet:
Unverwässertes EPS = Periodenergebnis, das den Stammaktionären zuzurechnen ist / Gewichtete durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien
Der Zähler ist das Konzernergebnis abzüglich Dividenden für Vorzugsaktien und sonstiger Ansprüche von Nicht-Stammaktionären (IAS 33.12). Der Nenner ist die gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien während der Periode, bereinigt um Kapitalbewegungen wie Aktiensplits oder Kapitalerhöhungen (IAS 33.27-29).
Berechnung des verwässerten EPS
Das verwässerte EPS wird nach IAS 33.31 berechnet, indem potentiell verwässernde Instrumente (potenziell gewöhnliche Aktien) berücksichtigt werden:
Verwässertes EPS = Angepasster Periodenergebnis / (Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Stammaktien + Verwässerungseffekt)
Behandlung potenziell verwässernder Instrumente
Zu den potentiell gewöhnlichen Aktien gehören nach IAS 33.41:
Die Schattenaktien-Methode wird für Optionen und ähnliche Instrumente angewendet (IAS 33.45). Die angenommenen Erlöse aus der Ausübung werden verwendet, um eigene Aktien zum durchschnittlichen Börsenkurs zu erwerben. Der Nettoverwässerungseffekt ist die Differenz zwischen der Anzahl ausgegebener und rückgekaufter Aktien.
If-Converted-Methode
Bei Wandelanleihen wird angenommen, dass die Anleihen in Stammaktien umgewandelt wurden. Die Anzahl neuer Aktien wird hinzugefügt, und die Zinszahlungen (nach Steuern) werden zum Zähler addiert (IAS 33.47).
Anti-Verwässerungsprinzip
Nach IAS 33.33 werden potentiell verwässernde Instrumente nur berücksichtigt, wenn sie tatsächlich verwässernd wirken. Ein Instrument ist verwässernd, wenn sein Verwässerungseffekt das EPS reduziert. Dies ist entscheidend zur Vermeidung von "Anti-Verwässerung", die den Ertrag künstlich erhöhen könnte (IAS 33.34).
Praktische Beispiele
Wenn ein Unternehmen Wandelanleihen mit einem Nominalwert von 100 Millionen € zu 5% ausgibt und diese in 10 Millionen Aktien umgewandelt werden können, wird bei der verwässerten EPS-Berechnung dieser Effekt berücksichtigt.
Bei Aktienoptionen mit Ausübungspreis von 50 € wird der durchschnittliche Aktienkurs zugrunde gelegt, um den Verwässerungseffekt zu bestimmen.