Updated 20 June 2026 · Reviewed by IFRS Buddy Editorial Team

Was ist der IFRS-Standard für KMU und wer darf ihn anwenden?

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IFRS for SMEs Standard — Kernregel

Der IFRS für kleine und mittlere Unternehmen (IFRS for SMEs) ist ein vereinfachter Rechnungslegungsstandard, der von privaten Unternehmen angewendet werden darf, die keine öffentliche Rechenschaftspflicht haben und bestimmte Schwellwertkriterien erfüllen.

Wie IFRS for SMEs Standard Funktioniert

  • Anwendungsbereich und Anspruchsberechtigung (IFRS für KMU, Abschnitt 1): Der Standard ist für Unternehmen bestimmt, die keine öffentliche Verantwortung tragen (d. h. keine börsennotierten oder Finanzinstitute sind) und keine Abschlüsse für externe Benutzer in großem Umfang aufstellen. Die meisten Länder definieren Schwellwerte nach Größe (z. B. Bilanzsumme, Umsatz, Mitarbeiterzahl), um SME-Status zu bestimmen.
  • Vereinfachungen gegenüber Volls-IFRS (IFRS für KMU, Präambel und Abschnitt 1): Der Standard verzichtet auf mehrere komplexe Anforderungen des Volls-IFRS: Wertaufholungen sind bei Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten nicht zulässig (Abschnitt 18.22), die Neubewertungsmethode ist nicht erlaubt, und die Darstellung des sonstigen Gesamtergebnisses ist vereinfacht. Auch Finanzinstrumente und Leasingverhältnisse folgen vereinfachten Ansätzen (Abschnitte 11 und 20).
  • Erkennung und Bilanzierung von Vermögenswerten (Abschnitte 2–20): Die Grundprinzipien der IAS folgen, jedoch mit Vereinfachungen. Beispiel: Entwicklungsausgaben müssen grundsätzlich sofort erfolgswirksam werden, es sei denn, ein Unternehmen entscheidet sich, sie zu aktivieren und abzuschreiben (Abschnitt 18.20). Schulden werden zu Amortisiertem Buchwert bewertet (Abschnitt 11.10).
  • Rückstellung und Eventualverbindlichkeiten (Abschnitt 21): Rückstellungen sind zu erfassen, wenn eine gegenwärtige Verpflichtung besteht, ein Abfluss wahrscheinlich ist und zuverlässig geschätzt werden kann. Im Gegensatz zum Volls-IFRS (IAS 37) können KMU Rückstellungen in begrenzterer Form nutzen, etwa für Umstrukturierungen.
  • Konsolidierung und Assoziierte Unternehmen (Abschnitte 9 und 14): KMU können Kontrollkonsolidierung und die Equity-Methode vereinfacht anwenden. Kleine Töchter oder assoziierte Unternehmen können ohne Konsolidierung zum beizulegenden Zeitwert oder zu Anschaffungskosten bewertet werden (Abschnitt 9.3).
  • Berichterstattung und Offenlegung (Abschnitt 8): Die Offenlegungspflichten sind deutlich geringer als im Volls-IFRS, um Compliance-Kosten zu senken. Beispiel: KMU müssen keine detaillierten Segmentinformationen offenlegen, sofern sie nicht öffentlich verantwortlich sind (Abschnitt 8.4).

IFRS for SMEs Standard — Praktisches Beispiel

Eine deutsche Maschinenbaufirma (200 Mio. € Umsatz, nicht börsennotiert) erfüllt die KMU-Kriterien und wendet IFRS für KMU an. Sie hat eine Investition in neue CNC-Maschinen für 500.000 € getätigt:

Bewertung unter IFRS für KMU (Abschnitt 17)

  • Anschaffungskosten werden aktiviert und über 10 Jahre linear abgeschrieben.
  • Keine Wertaufholungsprüfung erforderlich (anders als IAS 36).
KontoSoll (€)Haben (€)
Sachanlagen – Maschinen500.000
Bankguthaben500.000
*Aktivierung der Maschine*

Abschreibung pro Jahr: 500.000 € ÷ 10 Jahre = 50.000 €

KontoSoll (€)Haben (€)
Abschreibungsaufwand50.000
Kumulierte Abschreibung – Maschinen50.000
*Jährliche Abschreibung*

Unter Volls-IFRS (IAS 36) müsste das Unternehmen jährlich auf Wertminderung prüfen; unter IFRS für KMU entfällt dies grundsätzlich.

IFRS for SMEs Standard — Häufige Fehler

  • Verwechslung mit „Befreiung" von IFRS: IFRS für KMU ist kein optionaler Standard, sondern ein eigenständiger Standard. Länder können ihn als Regelwerk vorsehen, aber KMU müssen den landesspezifischen Anforderungen genügen (z. B. HGB in Deutschland, nicht automatisch IFRS für KMU).
  • Missverstehen der Wertaufholungsbeschränkung: Viele Praktiker glauben, dass Wertminderungen nicht erfolgswirksam werden dürfen. Falsch: Wertminderungsverluste sind zulässig (Abschnitt 18.22), aber Wertaufholungen (Rücknahme) sind verboten. Dies kann zu Audit-Findings führen, wenn ein Unternehmen versehentlich eine Aufholung vornimmt.
  • Fehlende Übergangsbetrachtung: Beim Wechsel von lokalen Rechnungslegungsstandards zu IFRS für KMU müssen Übergangsanpassungen gemäß Abschnitt 35 (Erstmalige Anwendung) korrekt gebucht werden. Viele Unternehmen unterschätzen die einmaligen Reklassifikationen.

IFRS for SMEs Standard — Key Paragraphs

  • IFRS für KMU, Abschnitt 1: Kleine und mittlere Unternehmen – Definition des Anwendungsbereichs und Schwellwertkriterien.
  • Abschnitt 2: Konzepte und grundlegende Grundsätze – Qualitative Merkmale von Finanzinformationen und Erkennungsprinzipien.
  • Abschnitt 17: Sachanlagen – Bewertung, Abschreibung (ohne Wertaufholung).
  • Abschnitt 18: Immaterielle Vermögenswerte – Aktivierungskriterien für F&E; vereinfachte Behandlung.
  • Abschnitt 11: Finanzinstrumente – Grundlagen und Klassifizierung – Vereinfachte Bilanzierung von Darlehen und Forderungen.
  • Abschnitt 35: Erstmalige Anwendung – Übergangserleichterungen und Rückwirkungen.

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