Wie funktioniert das Modell der erwarteten Kreditverluste unter IFRS 9?
U
IFRS 9 Expected — Kernregel
Das Modell der erwarteten Kreditverluste (Expected Credit Loss, ECL) unter IFRS 9 erfordert, dass Finanzinstitute und Unternehmen Wertberichtigungen für mögliche Ausfallrisiken bereits bei Anerkennung eines Finanzanspruchs vornehmen – nicht erst, wenn ein Ausfall tatsächlich eintritt.
Wie IFRS 9 Expected Funktioniert
Klassifizierung in drei Phasen (IFRS 9.5.1–5.3): Finanzansprüche werden in Stadium 1 (keine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos seit Anfangserkennung), Stadium 2 (signifikante Erhöhung des Kreditrisikos) oder Stadium 3 (in Verzug oder ausfallgefährdet) eingeteilt. Diese Einteilung bestimmt die Höhe der zu bildenden Wertberichtigung.
12-Monats-ECL für Stadium 1 (IFRS 9.5.5.5): Bei Finanzinstrumenten mit niedrigem Kreditrisiko oder ohne signifikante Verschlechterung wird eine Wertberichtigung in Höhe der erwarteten Kreditverluste der nächsten 12 Monate gebildet. Diese werden als Durchschnittsverlust über einen 12-Monats-Zeitraum berechnet.
Lebenszeit-ECL für Stadium 2 und 3 (IFRS 9.5.5.3): Sobald sich das Kreditrisiko signifikant erhöht hat oder der Ausfall bereits eingetreten ist, wird eine Wertberichtigung in Höhe der ECL über die gesamte Restlaufzeit des Instrumentes gebildet. Dies ist ein wesentlich konservativerer Ansatz.